KINDER, JUGEND UND FAMILIE
Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sind eine Minderheit in unserer Gesellschaft, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, was zu einer Zunahme von Kindern mit Unterstützungsbedarfen in Kita und Schule führt. Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen ist heute hoch und nimmt zu. Besonders die Sorge vor den aktuellen und zukünftigen Folgen des Klimawandels, gesundheitliche Risiken durch die Folgen der Digitalisierung, Angst vor Krieg und verschiedenste familiäre Problemlagen belasten Kinder und Jugendliche.
Junge Menschen sind eigenständige Persönlichkeiten mit klaren Vorstellungen von ihrer Gegenwart und Ideen für ihre Zukunft. Ihre Bedürfnisse und Wünsche sowie ihr Beitrag zu unserer Gesellschaft, werden in unserer erwachsenenzentrierten Welt viel zu oft bewusst oder unbewusst übersehen.
Mein Ressort beschäftigt sich mit den verschiedensten Belangen junger Menschen, so gehören unter anderen die Themen Kindertagesbetreuung, die Offene Kinder- und Jugendarbeit, Jugendschutz und Jugendämter sowie Kinder- und Jugendbeteiligung dazu.
Das Hamburger Kita-System ist eines der besten in Deutschland. Wir haben schon lange einen Rechtsanspruch und es gibt ausreichend Kitas auf Hamburger Stadtgebiet. Dennoch gilt es das bestehende System stets an sich ändernde Bedingungen anzupassen. Aktuell bedeutet das zum einen den Umgang mit rückläufigen Kinderzahlen, mit dem Fachkräftemangel und dem Thema Inklusion.
Das Kita Plus-Programm kann hier als Beispiel guter Initiativen zur laufenden Verbesserung der frühkindlichen Bildung in Kitas genannt werden. Dieses Landesprogramm unterstützt Kitas mit einem besonders hohen Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache mit weiteren Personalmitteln für Sprachförderung.
Eine Schlüsselstelle zwischen meinen Ressorts Bezirken und Familie bilden die bezirklichen Jugendämter. Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) der Hamburger Bezirksämter kümmert sich um die Bedarfe von Familien, unterstützt in Erziehungsfragen und schützt Kinder vor Gefährdungen.
Die strukturelle Stärkung und Weiterentwicklung des ASD im Angesicht des Fachkräftemangels und der steigenden Belastung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ist eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf demokratische Mitsprache in allen Belangen. Die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen wenn es z.B. um Spielplatzgestaltung geht, wird überall in Hamburg selbstverständlich gelebt. Junge Menschen sind aber von allen politischen Entscheidungen betroffen, deshalb muss ihre Sichtweise konsequent Berücksichtigung finden.
Das geplante Kinder- und Jugendmitwirkungsgesetz soll die Beteiligung junger Menschen in Hamburg neu regeln und ihnen Strukturen zur Mitwirkung bereitstellen.
Ein Ergebnis dieses Gesetzes können bezirkliche Kinder- und Jugendparlamente sein, wie sie in Altona und Wandsbek gerade als Piloten laufen.
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist ein Schwerpunkt meines Ressorts.
In den Einrichtungen der OKJA finden Kinder und Jugendliche Ansprech- und Vertrauenspersonen außerhalb ihrer familiären oder schulischen Strukturen. Sie bieten niedrigschwellig Hilfe und werden pädagogisch spielerisch gefördert. Diese Orte der Freizeitgestaltung und Jugendarbeit leiden unter steigenden Kosten, Fachkräftemangel und veralteter Bausubstanz. Der Erhalt der Angebote in den Stadtteilen ist essentiell, denn immer mehr Kinder und Jugendliche sind auf ihre Angebote angewiesen.